Ballett im Erwachsenenalter: Sophie Lindner als Expertin im STERN

Veröffentlicht am Kategorisiert als Tanzmedizin, Tanzwissenschaft

Ballett sieht leicht und elegant aus – doch hinter den scheinbar mühelosen Bewegungen steckt eine komplexe körperliche Leistung. Für den aktuellen STERN-Artikel „Wie unsere Autorin als Erwachsene im Ballett ihr Glück gefunden hat“ wurde Sophie Manuela Lindner aus unserem Praxisteam als Expertin interviewt.

Im Mittelpunkt des Artikels steht die Frage, wie der Einstieg ins Ballett auch im Erwachsenenalter gelingen kann und welche körperlichen Veränderungen das Training mit sich bringt. Als Sportphysiotherapeutin und Sportwissenschaftlerin gibt Sophie im Interview Einblicke in die körperlichen Anforderungen des Balletts und erklärt, welche Fähigkeiten durch das Training besonders angesprochen werden.

Ballett vereint viele unterschiedliche körperliche Anforderungen. Wie Sophie im Interview erklärt, verändern sich bei Erwachsenen zunächst vor allem Koordination und Gleichgewicht. Das Nervensystem arbeitet dabei intensiv, da die neuen und komplexen Bewegungsabläufe kontinuierlich erlernt und koordiniert werden müssen. Darüber hinaus werden Kraft, aktive Beweglichkeit und Tiefenwahrnehmung trainiert. Bei fortgeschrittenen Tänzer:innen kommt durch das Tanzen von Choreografien auch die Ausdauer hinzu. Auch die Körperhaltung kann vom Balletttraining profitieren. Besonders Menschen, die im Alltag viel sitzen und häufig in einer nach vorne geneigten Haltung arbeiten, können durch die aufrechte Ausrichtung im Ballett ein besseres Bewusstsein für ihre Körperhaltung entwickeln.

Eine wichtige Botschaft des Artikels: Auch Erwachsene können mit Ballett beginnen. Dabei muss niemand bestimmte körperliche Voraussetzungen mitbringen oder bereits besonders beweglich sein. Entscheidend ist vielmehr, das Training entsprechend den individuellen Möglichkeiten aufzubauen. Gerade aus physiotherapeutischer Sicht ist es wichtig, Bewegungen nicht einfach zu erzwingen. Das Training sollte sich an der vorhandenen Beweglichkeit, Kraft und Belastbarkeit orientieren.

Wie bei jeder Sportart spielt auch beim Ballett die richtige Bewegungsausführung eine wichtige Rolle. Sophie Manuela Lindner weist im STERN darauf hin, dass insbesondere eine falsche Ausführung von Pliés, Ronden oder Jétes zu Verletzungen führen kann. Bei bestehenden Beschwerden, beispielsweise an den Knien, sollten einzelne Übungen entsprechend angepasst werden. Das bedeutet auch: Eine Bewegung muss nicht für alle Menschen exakt gleich aussehen. Entscheidend ist, dass sie kontrolliert und entsprechend den individuellen körperlichen Voraussetzungen ausgeführt werden kann.

Für Erwachsene, die neu mit Ballett beginnen und bisher wenig Sport gemacht haben, empfiehlt Sophie außerdem, den Körper zusätzlich auf die Belastungen vorzubereiten. Als mögliche Ergänzung nennt sie unter anderem Pilates. Das Training stärkt die Körpermitte – also Bauch, Rücken und Beckenboden – und kann damit eine gute Grundlage für die Anforderungen des Balletts schaffen. Eine starke Körpermitte unterstützt dabei die Stabilität und Kontrolle im Balletttraining.

Wir freuen uns sehr, dass Sophie Manuela Lindner aus unserem Praxisteam ihre Expertise in den aktuellen STERN-Beitrag einbringen konnte und damit die Perspektive der Tanzphysiotherapie einem breiten Publikum nähergebracht wird.

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